Wort zum Geleit

Nicht durch Macht,
nicht durch Kraft,
allein durch meinen Geist! –
spricht der Herr der Heere.
Sacharja 4,6

Luther übersetzt: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Im Mittelalter hat man so missioniert, mit Heer und mit Kraft. Jeder, der anderer Meinung war, wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder in den Bann getan. Viele Evangelisten landeten dort. Die Hugenotten in Frankreich hatten eine blutige Bartholomäus-Nacht, als der Mob Tausende erschlug. Die Nachbarvölker christianisierte man nach dem Motto: Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein. Mit Heer und Kraft kann man nicht innerlich und langfristig überzeugen. Als Christen leiden wir immer wieder darunter, dass alte Werte und Überzeugungen in unserer Gesellschaft verloren zu gehen scheinen. Bald ist Ostern und viele Menschen in Deutschland wissen nicht mehr, was bei diesem Fest gefeiert wird, warum sie eigentlich frei haben. Aber sollen wir deswegen alle Menschen in einen Glaubenskurs oder zumindest kirchliche Informationsabende zu christlichen Festen zerren? Wohl kaum, denn noch immer gilt, dass man niemanden zu seinem Glück zwingen kann. Was wir aber tun können, ist unseren Glauben aufrichtig und glaubwürdig zu leben und ihn nicht zu verstecken. Dazu braucht es das Vertrauen auf den Geist Gottes, dass er in den Menschen wirken möge. Denn der Geist ist es, der zu Jesus führt. ER weckt Sehnsucht nach Gott im Herzen der Menschen, ER schlüsselt das Wort auf, so dass man es verstehen kann. Nur mit Ihm allein wird es gelingen, dass Menschen Gott suchen und finden. Dabei kann es sein, dass der Geist Mittel und Wege gebraucht, die unserem Kirchenleben fremd sind. Es gibt die Gaben des Geistes, und der weht bekanntlich wo er will. Ich wünsche uns allen, dass wir Ostern als Fest der Freude und des Aufbruchs erleben! Gott hat die Macht des Todes durchbrochen, sollte er da nicht auch heute noch Menschen begeistern können?

Herzliche Grüße

 

 

   Ihre Pfrn. Margarete Aichinger