Wort zum Geleit

Liebe Gemeindeglieder,

... nun ist es so weit. Mit dem Advent beginnt die Vorfreude, die Erwartung und die Vorbereitung auf Weihnachten. Die Geburt Gottes, der als Baby in diese Welt kommen will, verwandelt uns Jahr für Jahr schon in der Erwartung darauf! Unvorstellbar, wie es einst Maria gegangen sein muss. In schwierigen Zeiten und ungeklärter Lebenslage, beschenkt mit dem größten Geschenk, was die Welt sich denken kann. Jede Schwangerschaft, jede bevorstehende Geburt ist ein unvorstellbares Wunder. Aber wie muss es sein, wenn nicht irgendein Kind, dessen Aussehen, Charakter und vielleicht Geschlecht man noch nicht kennt, sondern Gott selbst in einem wächst? Mit welchen Fragen, welchen Ängsten und welcher unermesslichen Freude wird Maria diese Monate der Erwartung gelebt haben? Advent bedeutet für die meisten Menschen vor allem Vorfreude – Einkaufs- und Vorbereitungsstress einmal beiseite gelassen. In kirchlicher Tradition aber war es auch eine Zeit des Fastens, der Entbehrung. Der Verzicht kann helfen, das unbegreifliche Wunder, von dem wir wissen, dass es naht, wieder ein Stück mehr bewusst zu machen. Und dann, ja und dann der Freude freien Lauf zu lassen! Grenzenlose Freude und Hoffnung; die Welt wird sich verändern, die Verhältnisse werden umgekehrt und endlich kann der Frieden eine Chance haben! 

Meine Seele erhebt den Herrn,und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; … singt Maria, als ihre Cousine Elisabeth sie preist und ihr die Zukunft ihres göttlichen Sohnes prophezeit. Ohne Frage, sie hat die Freude gefühlt, über das göttliche Kind, was in ihr wuchs. Aber sicherlich war daneben auch ein großes Staunen und Wundern, so wie es uns heute geht, wenn wir versuchen, Weihnachten zu begreifen. 

Vielleicht so wie Sr. Christamaria Schröter aus der Christusbruderschaft in Selbitz es einmal formuliert hat:

Du
ganz innen –
nicht 
weil ich so oder so bin    dass … 
nicht deshalb     weil …
nicht als Folge von …
oder Belohnung für …

Du
warum
losentschieden für mich
leise eingewohnt
einfach da    aus Liebe zu mir
Heute schon    jetzt   

Du

ganz innen
meine Stille
mein Geheimnis
das Gewicht meiner Ewigkeit

Dumein Gott

ganz innen
in mir

Lassen wir uns hineinnehmen in dieses Staunen, das sich kaum in Worte fassen lässt.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und grüße Sie herzlich,

 

 

Ihre Margarete Aichinger