Wort zum Geleit

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„Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden
nicht ins Gewicht fallen
gegenüber der Herrlichkeit, 
die an uns offenbart werden soll.“ 
(Römer 8,18)

 

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ Obwohl schon vor drei bis vier Jahren gesprochen, klingen mir diese Worte noch im Ohr. Eine junge Frau sagte sie mir. Ihr Sohn konnte keine normale Schule besuchen und seit vielen Jahren rang (und ringt) sie deshalb mit dem Jugendamt. Da gab es schlimme Zeiten für sie und ihre Familie und die Erkenntnis, die in ihren Worten steckt und das Vertrauen in Gottes Güte, gaben ihr Kraft. Ich staune (damals wie heute) über die Zuversicht in den Worten und frage mich zugleich, ob dieser Satz stimmt. Wird am Ende wirklich alles gut? 

Einer, der viel erleiden musste, weil er Jesus Christus nachfolgte, war Paulus. Auch am Ende seines Lebens wurde für ihn nicht alles gut. Der Legende nach starb er als Märtyrer in Rom. Doch von ihm stammen die Worte des Monatsspruches. Paulus sah über den Tellerrand des irdischen Lebens hinaus. Nur so können seine Worte verstanden werden. Im Römerbrief versucht er mit dem Bild einer Balkenwaage zu argumentieren: alles Leid dieser Welt in der einen Waagschale wiegt das Leben mit Gott, den Frieden und das Glück in der Ewigkeit in der anderen Waagschale nicht auf. Können wir dem folgen? Mit dem Kopf ja, vielleicht, und mit dem Herz? Glaubensgewissheit stellt sich nicht mit vernünftigen Überlegungen ein, sondern ereignet sich im Herzen. Paulus war von Christus ergriffen. In ihm brannte ein Licht, das weder Verleumdung, Gefängnis noch der Tod auslöschen konnte. Ihn erfüllte eine große Vorfreude auf das Leben mit Christus. Diese Verbindung mit Christus half ihm, sein Leid zu tragen. Am Ende – am Ziel – wird für ihn alles gut. Im Griechischen gibt es für die Worte Ende und Ziel ein Wort: Telos.

Für den Weg durch das Jahr 2019 wünsche ich Ihnen die Gewissheit, Jesus Christus geht ihn mit.

 

 

   Ihre Pfrn. Bettina Klose